Das Positive im Fehler sehen

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Das Positive im Fehler sehen

Was für eine Entwicklung. Als Garagenbetrieb im Keller der Oma entstanden, ist die Werner Gießler GmbH nach über 50 Jahren heute einer der bedeutsamsten Bosch-Zulieferbetriebe weltweit. „Das haben wir unseren Mitarbeitern und unserer ganz besonderen Fehlerkultur zu verdanken“, freut sich Dipl.-Ing. (FH) Thomas Gießler, Geschäftsführer des Unternehmens aus dem baden-württembergischen Elzach, das nicht nur Bosch, sondern auch andere Kunden weltweit beliefert. „Bei uns sind die Mitarbeiter das größte Kapital“, erläutert er die Philosophie der Werner Gießler GmbH.

Dipl.-Ing. (FH) Thomas Gießler, Geschäftsführer der Werner Gießler GmbH: „Da kommt es darauf an, dass wir wertschätzend, offen und ehrlich miteinander umgehen. Wenn jemand einen Fehler macht, sehen wir das Positive daran. Denn daraus lernen wir und können dafür sorgen, dass dieser Fehler nie wieder auftritt.“

 

 

Wachsen in anderen Branchen

Wir beliefern Bosch weltweit mit der Einspritztechnologie für Injektoren und für die Hochdruckpumpen“, beschreibt Thomas Gießler den wichtigen Kunden. „Wir wollen in der Zukunft weitere Branchen stärker ausbauen. In Elzach wachsen wir jährlich in den weiteren Bereichen, wie Medizintechnik, Lasertechnik und angetriebenen Werkzeugen. An unserem zweiten Standort Denzlingen planen wir außerdem mit der 3-D-Drucktechnik zu starten.“

Eigene Sondermaschinen

Das Produkt- und Leistungsspektrum der nach IATF 16949, ISO 9001 sowie der ISO 14001 zertifizierten Werner Gießler GmbH umfasst unter anderem Drehfrästeile, Hartdrehen sowie die Fünfachsbearbeitung. „Wir fertigen auch eigene Sondermaschinen und verfügen über eine Technikgruppe, welche die Produktion automatisiert und rationalisiert“, betont Thomas Gießler. „Das chemische Entgraten zur Gewährleistung der Sauberkeitsanforderungen unserer Kunden bieten wir sogar unseren Mitbewerbern an.“ 

Einen hohen Stellenwert hat darüber hinaus die Nachhaltigkeit. So werden – je nach Jahreszeit – Wärme und Kälte aus dem Produktionsprozess zur Klimatisierung der Fertigungshallen eingesetzt.

 Unternehmen gekauft

Gemeinsam mit seinem Bruder kaufte Werner Gießler, der Vater des heutigen Geschäftsführers, 1964 Maschinen des Bosch-Konzerns, nachdem dieser seine Produktion ausgelagert hatte. 1969 trennten sich die Brüder und der Stuttgarter Ingenieur gründete die Werner Gießler GmbH in Elzach.

„Wir haben ein sehr positives Miteinander und sind eine lösungsorientierte Mannschaft.“

1980 erfolgte der Umzug an den aktuellen Standort nach Elzach, 1983 mit dem Programmieren der ersten Maschine durch Thomas Gießler der Einstieg ins CNC-Zeitalter. „Später kauften wir ein größeres Grundstück und eröffneten Werk II“, erinnert sich der Geschäftsführer. „Aktuell verfügen wir über insgesamt 9.400 m² Produktionsfläche auf einem Grundstück von 20.000 m². 2014 haben wir das damalige Unternehmen Störle in Denzlingen gekauft, das wir jetzt unter dem Namen „Gießler Feinwerktechnik“ weiter entwickeln. Mit Medizin- und Lasertechnik setzen wir hier 2,5 Millionen EUR um und verdoppeln unseren Umsatz fast jährlich. Damit haben wir den Weg in die Zukunft gefunden – weg von Automotive und hin zu anderen Branchen und auch zu Tätigkeiten wie dem Fräsen und der Montage von Baugruppen.“

Nachfolge gesichert

Vor einigen Wochen entstand die Gießler-Gruppe als Dach der Gießler Feinwerktechnik und der Werner Gießler GmbH. Hier arbeiten 148 Beschäftigte im Drei-Schicht-Betrieb und erwirtschaften bei einem jährlichen Wachstum von 12% einen Umsatz von 20 Millionen EUR.

„Wir haben ein sehr positives Miteinander und sind eine lösungsorientierte Mannschaft, die nach vorne denkt“, freut sich Thomas Gießler, dessen Tochter Maschinenbau studiert und ins Unternehmen eintreten wird. „Dann kann ich auch Verantwortung abgeben, über den Tellerrand hinausschauen sowie neue Technologien und Branchen finden.“

Autor: Wirtschaftsforum

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